iWeb, RapidWeaver und andere

Was RapidWeaver und andere angefangen haben, wird ja nun bekanntlich auch von Apple angeboten. Webseiten im Baukastensystem, die ohne viel Aufwand auch noch nett aussehen.

Und das ist doch wirklich nett, oder nicht?

Aber nein, ganz so nett wird das dann doch nicht aufgenommen. Zu den schon zum Klassiker mutierten Aussagen gehören nämlich bereits, dass iWeb nur scheiss unsauberen Code liefere, oder dass jede RapidWeaver-Seite doch gleich aussehe. Diese beiden Aussagen lassen sich auch in anderer Reihenfolge auf das jeweilig andere Programm anwenden.

Gut, dann lassen wir halt den erstellten Programm-Code nicht perfekt W3C konform sein, und von mir aus möge sich auch das Aussehen einiger Webseiten wiederholen. Eines zumindest aber scheint mir sehr sicher zu sein. Im Endeffekt ist das völlig egal!

Herzlichen Glückwunsch an alle HTML-Könner, wenn ihr es schafft, den Code 50 Bytes leicher zu schreiben oder die Formatierung – wohlgemerkt die im Texteditor – schöner zu gestalten. Herzlichen Glückwunsch auch an alle Designer, die mit ihrem Können schöne individuelle Seiten erstellen. Versteht mich nicht falsch, gegen beide Sorten von Fachleuten habe ich nichts. Aber bitte, bitte, versprecht mir in Zukunft nicht mehr über RapidWeaver und Co. zu lästern! Diese Programme sind keine Konkurrenz für Euch und erheben auch nicht diesen Anspruch.

Was wird nämlich von den Meckerern vergessen? Dass es langfristig vor allem auf den Inhalt einer Webseite ankommt. Ob diese viele oder wenige Besucher haben wird, hängt also noch von anderen Faktoren ab.

Vielleicht kann man das mit einem Textdokument vergleichen. Jedes Textdokument sieht mehr oder weniger gleich aus. Aber auch das ist völlig egal, denn der Inhalt zählt und nicht das Design das Dokuments oder ob es ein Kbyte kleiner oder größer ausfällt. Und was fällt noch auf? Die meisten benutzen den gleichen WYSIWYG-Editor, nämlich Word. Ersetzt man nun Word durch iWeb, RapidWeaver oder durch beliebige andere WYSIWYG-Web-Editoren erkennt man leicht, worauf ich hinaus will.

Das Faktum, eine Internetseite zu betreiben, wird immer mehr zu einem normalen Faktum. Man beachte dabei, dass vor 20 Jahren ja auch noch Leute mit der Schreibmaschine ihre Texte verfasst haben, und nur ausgewählte Individuen einen Apple oder PC hatten. Jeder hat also eine Webseite oder wird bald eine haben, wie jeder auch mit einem Programm seiner Wahl seine Textdokumente verfasst.

Somit schlagen die Software-Hersteller in eine Richtung, die ich nur unterstützen kann. Für jeden Menschen wird es bald möglich sein, seine eigene Webseite zu haben. Und dafür wird in Zukunft jegliches Programmierwissen obsolet sein.

Oder wer schreibt sein Textdokument in der Konsole?