Apple Inc., Foxconn und die Konsumentenverantwortung

Spätestens mit der Einführung des iPhones vor fünf Jahren hat sich das mediale Interesse an Apple Inc. über die üblichen Neuproduktvorstellungen hinaus in den Bereich soziale, wirtschaftliche und ökologische Verantwortung verschoben bzw. ausgeweitet. Dies scheint berechtigt, ist Apple Inc. derzeit doch das wertvollste Unternehmen der Welt, und es scheint demnach ebenso berechtigt, zu erwarten, dass sich Apples weiße Livestyle-Philosophie auch im Herstellungsprozess ihrer Produkte widerspiegelt.

Die Berichte beispielsweise über die Unruhen im Foxconn-Werk (sueddeutsche.de), in dem unter anderem für Apple Inc. produziert wird, sind dabei allerdings diametral zu den Meldungen über neue Verkaufsrekorde für Apple-Hardware (macnotes.de) zu sehen. Einerseits  gibt es also ein wachsendes Bewusstsein für die Folgen der Globalisierung, andererseits ist der Konsument nach wie vor nicht gewillt, seine Entscheidungen dahingehend zu überdenken. Nun ist dies wahrlich kein neues oder gar typisches Apple-Phänomen, aber bei keinem Unternehmen der Welt zeigt sich dieser Widerspruch so sehr wie bei Apple Inc.

Der Gedanke, dass Apple Inc. mit einer iPhone-Gewinnmarge von 50% (zdnet.de) zu einer zu diskutierenden Ausbeutung (Stichwort: Außenhandelstheorie) im Herstellungsprozess beiträgt, ist sicherlich nicht ganz falsch, greift auf jeden Fall aber zu kurz. Letztendlich trägt immer der Konsument die Verantwortung. Und wer feststellt, dass das erfolgreichste Unternehmen der Welt in seinem Heimatland nicht mal Jobs schafft (sueddeutsche.de), kann wenigstens in einem Nebensatz erwähnen, dass derzeit wohl auch kein deutscher oder amerikanischer Käufer die Herstellung im eigenen Land bezahlen würde.